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Hanfwaage

Hanf aus Biologensicht

Beinahe täglich hatten unsere Großeltern Umgang mit Hanf und dadurch eine sehr genaue Vorstellung dieser Pflanze. Heute hat kaum Jemand lebende Hanfpflanzen zu Gesicht bekommen, denn seit 60 Jahren ist sie verboten.
Für den Biologen ist Hanf eine Pflanze aus der Familie der Cannabiceae (Hanfgewächse) und er ist der nächste Verwandte des Hopfens (lat. Humulus lupulus). Er gehört zur Ordnung Urticales (Bäume, Sträucher, verholzte und krautige Kletterpflanzen).

Die Pflanze produziert die sogenannten Cannabinoide. Von den heute bekannten 65 Vertretern dieser Stoffgruppe sind am stärksten in Hanfpflanzen konzentriert: THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). Diese werden auch für die psychoaktiven Wirkungen verantwortlich gemacht.

Hanf ist eine sehr schnell wachsende, anspruchslose Pflanze hinsichtlich der Bodenzusammensetzung. Er gedeiht nahezu in allen Regionen, die besten Erträge liefert er aber in Gebieten mit gemäßigtem Klima und reichlich Wasser. Oft kann bereits nach 100 Tagen, der dann bis zu 4 Meter hohe Hanf, geerntet werden. Gegen fast jeden Krankheitsbefall hat Hanf eine große natürliche Widerstandsfähigkeit, so ist er auch gegen Schädlingsbefall, dank seiner „Abwehrstoffe“ THC und CBD, bestens gerüstet.

Von Natur aus ist Hanf zweihäusig (diötzisch), d.h. er wächst als männliche oder weibliche Pflanze heran. Lange schon gibt es einhäusige (moözische) Zuchtsorten, z.B. die ungarische Kompolti. Diese weiblichen Pflanzen sind meist größer und weisen einen höheren Gehalt an THC und CBD auf. Circa drei Monate nach der Aussaat, erreicht zunächst die männliche Pflanze, die Zeit der Blüte. Dabei wird der Pollen abgeworfen und dem Wind wird die Bestäubung überlassen. Der Samen beginnt zu wachsen, wenn eine weibliche Pflanze bestäubt wird. Zehn bis vierzehn Tage dauert das, dann ist er ausgereift und fällt ab.

Cannabis sativa L. ist eine einjährige Pflanze, was bedeutet, dass sie nach vollendeter Samenbildung vollständig abstirbt. Unter besonderen Bedingungen, besteht die Möglichkeit, Hanfpflanzen mehrjährig zu halten. Bekannt sind u.A. die nepalesischen „Hanf-Bäume“, die bis zu sieben Jahre gedeihen, da sie an der Ausbildung von Samen gehindert werden.

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